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GEDANKEN

ZUM WELTTAG DER KRANKEN

 

Bilder von Menschen, die jung, fit, erfolgreich sind, die in die „Well-Welt“ passen, prägen in zunehmender Dominanz unsere westliche Gesellschaft. Gesundheit ist nach Aussagen der Meinungsforscher für nicht wenige das höchste Gut überhaupt.

Wer von uns hat daher nicht schon die Erfahrung gemacht, sich- aufgrund äußerer oder innerer Vorgaben - nur mit seinen Stärken und Fähigkeiten identifizieren und zeigen zu dürfen. Grenzerfahrungen durch Misserfolg, Krankheit, Abschiede, die uns das Leben bisweilen plötzlich zuspielt, ringen uns hingegen vielfach einen langen unbeliebten Lernprozess ab. Manchmal scheint es so, als ob auch in kirchlichen Gemeinschaften überwiegend nur die starken, gesunden und leistungsfähigen Anteile von Menschen gezeigt werden wollen.

Andererseits stellt eine schwere Krankheit, ein Schicksalsschlag oder ein Unglück nicht nur das Leben der Betroffenen in Frage, sondern löst bisweilen auch bei Angehörigen, Menschen der Umgebung und auch in kirchlichen Gemeinschaften Verunsicherung aus, ein Verhalten, das häufig die Vereinsamung der/ des Leidenden fördert.

Wenn unsere Pfarre, so wie viele Gemeinden, an einem Sonntag im Jahr, Krankheit, Schwäche und Gebrechlichkeit bewusst in das Zentrum der Verkündigung stellt, liegt dies sicher nicht im gesellschaftlichen Trend. Vielmehr erinnert der „Welttag der Kranken“ zeichenhaft an einen möglichen alternativen Umgang mit Leidenden, der auf die Praxis Jesu gründet und in der langen christlichen Tradition vielfältige Ausprägungen erfahren hat.

Dieser Tag kann aufzeigen, dass die unantastbare Würde jedes Menschen ein höheres Gut ist als die Gesundheit.

Er kann uns ermutigen, im Krankheitsfall mit Zuschreibung von Schuld und Verabsolutierung von Eigenverantwortung zurückhaltend zu sein und mahnt im Gegenzug zur Solidarität.

Er kann Anstoß sein, gnädiger mit unseren eigenen Defiziten, Schwächen und Grenzen umzugehen.

Möge der „Welttag der Kranken“ uns allen, den Gesunden und Kranken, den Starken und Schwachen, den Jungen und Alten, Mut machen, nicht in der Herstellung einer ganzheitlich harmonischen und glücklichen Existenz den tiefsten Sinn des Glaubens zu sehen, sondern in einem Leben, das die Spannung zwischen einem tatkräftigen und konstruktiven Umgang mit dem Unheil dieser Welt einerseits und dem Festhalten an der Hoffnung auf ein verheißenes endgültiges Heil andererseits durchträgt.

 

 

Maria Berghofer

 

 

 

 

Literaturtipp:

 

ALBISSER, R., LORETAN,A., Spitalsseelsorge im Wandel,

Zürich 2007.= ReleigionsRecht im Dialog, Bd 5.

 

Hoffnungszeichen

Das Sakrament der Krankensalbung

Preis € 3.-

Herausgeber Pastoralamt St.Pölten

 

 

"Dein Bleiben war nur geliehen“

 

Abschiedsriten und Liturgien mit Sterbenden im Krankenhaus", hrsg. vom Seelsorgeteam am AKH Wien, der auch über das Referat bestellt werden kann.

 

 

Aus der Diözese Innsbruck kommt eine Broschüre zum Thema "Fohes Warten - Früher Tod"

Dieser kann ebenfalls zum Stückpreis von € 3,- über das Referat bestellt werden.